Dienstag, 4. Juli 2017

Dankbarkeit.

Dankbarkeit ist etwas, das ich erst wieder lernen musste. So viel ist passiert, so viel mit dem ich von Grund auf unglücklich war. Dankbar sein. Wofür? Für die Ernüchterung die jedes Mal wieder zurück kam? Für die Kunst immer wieder Verlieren zu können? Es ist nahezu unmöglich in der Situation eine gewisse Dankbarkeit und die Sicht auf die kleinen Glücksmomente zu bewahren. Deswegen startete ich damals dank einer anderen Bloggerkollegin das Projekt: Glücksmomente der Woche. Es hat sooo geholfen. Man hadert nicht nur mit sich und der Situation, hat nicht nur diesen starren Tunnelblick, sondern lernt wieder zu Sehen. Bewusst zu sehen und bewusst Dinge zu erleben. 

Dankbarkeit erfüllt mich, wenn ich mal so alles wirken lasse. Es war so eine schwere Zeit für uns. Eine Zeit in der ich, (vielleicht auch der Lieblingsmann) manchmal am Liebsten ausgestiegen wären, aus dem Beziehungszug. Weil man sich dachte: das kann jetzt alles nicht so weiter gehen. Oder: wenn das jetzt so bleibt...??? Oder: Genau so wollte ich das nie... Aber wir haben das überstanden. Wir haben uns durchgebissen durch alle Zeiten, die uns unsere Kinderwunschzeit ins Gesicht geschleudert hat. Es ging weiter...es blieb nicht alles so und das was ich nie wollte gestaltet sich besser als gedacht. 

Es gibt sie immer noch die Zeiten, in denen wir nicht viel miteinander reden (wie sicher eine Million andere Paare auch) aber in dieses Schweigen deute ich nichts böses mehr. Nichts bedrohliches und nichts angsteinflößendes. Es ist ok, weil es einfach manchmal nichts zu sagen gibt. Wir können sozusagen auch mal miteinander leise sein. Ich musste lernen, dass jeder anders mit seiner Trauer und seinem ganz persönlichen Abschied umgeht. Manchmal kommt aus heiterem Himmel eine Ansage von ihm, über die ich staune, weil mir dann immer wieder bewusst wird, wie er fühlt, leidet, trauert, denkt. Es ist hier kein tägliches Thema mehr. Was die Sache allgemein wahnsinnig erleichtert. Der Lieblingsmann hat kaum Bedürfnis darüber zu reden und inzwischen kann ich damit umgehen. Wenn ich reden muss, dann lässt er mich. Und es ist ok, weil ich keine Lösung am Ende des Gesprächs erwarte. Es muss kein Plan am Schluss dabei herausspringen. Es wird keinen Plan mehr im Wünschehaus geben. Unsere Lösung ist Leben. Hier im Jetzt und in diesem Moment.  

Ich finde wir können stolz auf uns sein. Darauf, dass wir so viel überstanden haben, dass wir es überlebt haben, dass es weiter geht. Genau dafür (und für all das kleine Glück, das mich täglich begleitet) bin ich wahnsinnig dankbar ♥ 


Kommentare:

  1. Du bist schon so weit gekommen - und das in unfassbar schneller Zeit. Das macht Mut.
    Ich drück dich! :-*

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    1. Liebe Lisa, es gibt immer wieder schlechte Tage aber die guten überwiegen definitiv. Immer einen Schritt nach vorne, langsam aber sicher ♥ Drück dich zurück :*

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  2. Du Liebe, ja stolz sein dürft Ihr definitiv ♥. Vielleicht können wir eines Tages mal darauf anstossen, wer weiss? Einen Umärmel aus der Sommerschweiz!

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  3. Ja wer weiss...♥ eine sommerliche Umarmung zurück (Achtung heute etwas klebrig) - ich wünsche dir ein schönes Wochenende!

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