Mittwoch, 25. Januar 2017

Hallo Welle.

Hallo Trauer. Willkommen in meinem Januar. Zwei Jahre sind vergangen, seit ich mich damals so mutig gefühlt habe. Mutig und freudig aufgeregt. Ihr erinnert euch? Neue Klinik, neuer Stimulationsplan, tausend Emotionen von alles wird gut bis zum niederschmetternde Ergebnis von zwei kleinen übrig gebliebenen Zellchen. Wovon eines sich so große Mühe gegeben hat. 

Heute ist sie wieder so präsent, die große Traurigkeit über diesen für mich überdimensionalen Verlust. Da sind die Nächte in denen man nicht einschlafen kann nicht gerade förderlich. Ich will es verdrängen, will nicht darüber nachdenken und doch läuft alles wie ein Film in meinem Kopf ab. Dann kullern automatisch die Tränen. Weil ich es seltsamerweise sogar immer noch körperlich spüren kann, wie weh das alles getan hat. Ich sehe mich da sitzen und spüre die selbe Hilflosigkeit, die ich vor zwei Jahren gespürt habe. So sehr ich mir Mühe gegeben hatte, ich konnte das Pünktchen nicht überreden bei uns zu bleiben. 

Darüber hinaus belastet es mich noch immer tief irgendwo in mir drin, dass ich nun tatsächlich übrig geblieben bin. Überall Menschen die es erleben, die Glück hatten...das geht ja immer weiter so. Heute bin ich wieder etwas weiter entfernt von zufrieden. Denn wie aus dem Nichts kommen diese Tage, an denen man besser im Bett geblieben wäre. Diese Tage an denen einen spezielle Mischung herrscht. Eine Mischung aus Traurigkeit und Wut, aus Frustration und Müdigkeit. Es frustet. Im Alltag. Im Job. Es hakt. An vielen Ecken. Und das regt mich auf. Ändern werde ich es nicht können, denn mehr als einen Job hat mein Alltag momentan leider nicht zu bieten. 

Heute an diesem Wellentag, an dem weder Welt noch Herz in Ordnung sind, war eine einzige Bemerkung daran schuld, dass ich auf der Heimfahrt ganze 38km lang nur weinen musste. Ich war gefrustet, weil ich immer da sein werde...kennt ihr das? Du gehst zur Arbeit und irgendwann eines Tages (zum Beispiel heute) hältst du inne während du die Stunden bis zum Feierabend zählst und denkst: nicht im Ernst....das geht jetzt noch die nächsten 30 Jahre so???? Meine Kollegin sagte darauf hin nur: aber hey es geht uns doch allen so.

Bääääääääääääääääääääääääääääääääämmmmmmmmmmmm.

Nein das tut es nämlich nicht! Es geht uns NICHT allen so! Denn die einzige, die nicht in Elternzeit verschwinden wird, bin ich und meine zwei männlichen Kollegen. Wobei man das pauschal bei den männlichen Kollegen auch nicht mehr so sagen kann...ja und nachdem ich innerlich dann ordentlich explodiert bin, war ich von einer Sekunde auf die andere einfach nur traurig über all das was in meinem Leben nie sein wird. Unfassbar traurig. So traurig, dass ich von ganzem Herzen heute sagen kann: nein es geht mir nicht gut. 

Und hätte mir heute mittag jemand eine Kinderwunschbehandlung angeboten, ich wäre hin gegangen...einfach nur aus dem Grund, diesen Zustand nicht weiter aushalten zu müssen. 

Aber selbst an solchen Tagen macht mir jemand leise Mut, denn genau heute hab ich diesen Post entdeckt. Danke Elaine ♥ 

Und manchmal muss man auch einfach einen Song mehrfach so laut zu hören, bis man das Gefühl hat es hilft...


Und es hat geholfen...zumindest hat das Weinen aufgehört...

Kommentare:

  1. Ach, liebe Wünschi... Manche Tage sind schwer. Punkt. Und die Nächte auch. Ich sende dir eine dicke und wärmende Umarmung in den Norden ♥.

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    1. Umarm dich feste zurück meine Liebe ♥

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  2. Liebe Wünschi,

    ja, die Traurigkeit...hier ist sie auch zu Besuch, heute geht es, gestern war es einfach nur schlimm und tragisch. Volle Breitseite, ich habe deutlich gespürt, jetzt bist du mal wieder unten aufgesetzt, hart und unbequem.

    Wenn du magst, dann reiche ich dir einen warmen Tee, setzte mich ein bisschen zu dir und wir halten es nach Astrid Lindgren (Werk: Ronja Räubertochter):

    Lange saßen sie dort und hatten es schwer.
    Aber sie hatten es gemeinsam schwer und das war ein Trost.
    Leicht war es trotzdem nicht.

    Fühl' dich umarmt, wenn du magst!

    Romanleserin

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    1. Liebe Romanleserin, da hatten wir beide einen wirklich tragischen Tag. Deinen warmen Tee nehme ich gern an ♥
      Und ich umarme dich zurück und danke dir für deine lieben Worte.

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  3. Hier bei mir das gleiche. Ich bin auch eine "übrig gebliebene". Noch relativ neu in "dieser Welt". Und an manchen Tagen überrennt mich diese Welle der Traurigkeit regelrecht. Meistens ist es ok und ich akzeptiere diese Situation und dann gibt es aber Tage wo ich einfach niemanden sehen und hören will und ich unendlich Traurig über dieses ungewollte kinderlose Leben bin!
    Liebe Grüße
    Flora

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    1. Liebe Flora, danke, dass du hier bist! Zusammen sind wir weniger allein...ja, meistens ist es ok, aber dann haut es dich völlig um...
      Fühl dich umarmt ♥

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    2. Danke ��

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