Dienstag, 29. März 2016

Ruhig ist es hier geworden.

Warum?

Weil mich einige Dinge in meinem Leben und im Leben meiner Mitmenschen schwer beschäftigen. Mich einfach platt machen. 
Mich belastet meine Arbeit momentan ziemlich. Das Thema Partnerschaft und Tod beschäftigt mich mehr denn je. Mir begegnen Gespräche mit Menschen, die ich hinterher lieber nicht geführt hätte, weil sie mir nicht mehr aus dem Kopf gehen. Ich sehe Dinge, die ich lieber nicht gesehen hätte. Die mich auch Tage später einfach nicht loslassen. 

Immer wieder schleicht die Angst herum, irgendwann allein im Leben stehen zu müssen. Das ist einfach so. Es fühlen sich die allermeisten in solchen Momenten einfach allein. Trotz Freunden. Trotz dem Leben das man führt und geführt hat. Vor diesem Gefühl hab ich Angst. Auch wenn man äußerlich nicht allein ist, so ist man es im Herzen. Ich sehe das. In all den Menschen, die ihren Partner im Alter verlieren. Es IST einfach so. Mir tut es unheimlich leid, wenn die Frau am Bett ihres toten Mannes steht und ihn darum bittet sie nicht mehr so lang alleine zu lassen. Es sind Geschichten, die an diesem Ort, an den Bettenden erzählt werden, die unter die Haut gehen. Geschichten von Reisen, von Erlebnissen. Es sind Sätze wie: "seine ganzen Fotos die er so gern gemacht hat, seine ganzen Reiseberichte, die er geschrieben hat, es kommt alles irgendwann auf den Müll. Es ist niemand da, der es haben möchte. Wir sind ganz allein. Ich bin ganz allein." Es ist letztendlich die Müllabfuhr, die unsere Dinge unsere Erlebnisse und unsere Habseligkeiten mitnimmt. Aber im Grunde kann einem das ja dann egal sein. Man bekommt es ja dann nicht mehr mit.

Letzte Woche stand ein Date mit meiner Besten im Kalender. Das erste Treffen seit ihrer Fehlgeburt im Dezember. Sie hat viel Zeit gebraucht, bis sie sich treffen konnte. Und - auch wenn dieses "Zeit brauchen" wohl für viele ein mächtiges Problem zu sein scheint, es war ein wundervolles Date. Wir haben geweint (also ich eigentlich nur), gelacht und die Zeit war wie immer viel zu kurz. Und ich wäre nicht im Traum darauf gekommen, diese Freundschaft jemals in Frage zu stellen, nur weil sie sich eine Auszeit genommen hat ;)

Auszeit.

Möglicherweise werde ich auch ein bisschen Pause machen. Ich bin momentan ein wenig schreibfaul...mir fehlen oft die Worte...und momentan auch die Themen. Es tut sich hier nicht viel, wir versuchen kreativ unser Heim zu verändern und der Rest hat Pause. Es werden zur Zeit keine Gespräche geführt, es wird zur Zeit einfach vor sich hingearbeitet, gelebt und alles was dazu gehört. Es kommen viele Gedanken, manche können sich nicht entscheiden, ob sie raus oder rein gehen sollen, stehen dämlich an der Türschwelle rum, so dass ich die Türe momentan einfach offen lasse. Gedankendurchzug sozusagen. 

In der Zwischenzeit erfreue ich mich an unserem neuen Tisch, den neuen Stühlen und den vielen Köstlichkeiten, die auf diesem Tisch stehen werden und den Menschen die um diesen neuen Tisch sitzen werden. Und ich wünsche den Frühling herbei! Der unsere Augen mit all seinen bunten Farben und dem neuen Leben zum Strahlen bringen soll ♥ stöbere weiter in euren wundervollen Blogs und erfreue mich an euren Ideenreichen Zeilen, Bildern und Worten!

Bis bald...




Kommentare:

  1. Ruhig. Manchmal braucht man es einfach ruhig.

    Über die Situation auf Arbeit haben wir ja schon gesprochen. Mehr fällt mir immer noch nicht dazu ein. Es ist belastend. Sehr.

    Und deswegen drück und knuddel und herz ich dich jetzt einfach. Gaaaaaaaanz feste!

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  2. Ich möchte dich trotz allem ermuntern, das Leben nun nicht nur durch die Brille der Kinderlosigkeit zu betrachten. Das Leben ist mehr, das Leben hat zu viele andere Aspekte. Auch und gerade beim Thema Alter und Einsamkeit.
    Ich denke, der Tod des Partners im Alter ist immer schlimm. Egal ob man Kinder hat oder nicht. Erwachsene Kinder sind, selbst wenn sie in der Nähe wohnen und liebevollen Kontakt halten (was ja keineswegs die Regel ist), einfach nicht ALLTAG für alte Menschen. Den leben sie mit ihrem Partner und wenn der fehlt, beim Aufstehen, beim Frühstück, in jeder Lebenssituation, die man Jahrzehnte geteilt hat, ist man schlicht alleine, jeden Tag, in jeder noch so eigentlich belanglosen Situation. Trotz Kindern und trotz Freunden.
    Mich sprach dein Beispiel mit den Fotos des alten Mannes besonders an, weil wir hier in der Familie gerade eine ähnliche Situation erleben. Meine Schwiegereltern haben 3 Kinder und nun muss die Wohnung aufgelöst werden. Es gibt viele Fotos, von Polenreisen, die meiner Schwiegermutter (es ist ihre alte Heimat) VIEL bedeuteten. Keines der Kinder nimmt sie mit, weil es für die Kinder nur Landschaften sind, die sie nicht kennen. Mitgenommen werden Fotos der eigenen Kindheit, der Geschwister, auch diese Fotosammlung wird weggeworfen. Mal ganz ehrlich, wo soll sie auch hin?
    Ich sehe es so: Man lebt für SICH. Der Mann hat diese Reisen unternommen, sie waren für ihn bedeutsam, er hat sie dokumentiert, um sich danach daran zu erfreuen, das war für ihn wichtig, das hat ihm Freude bereitet. Und DAMIT ist der Sinn erfüllt. Nicht dadurch, dass nachfolgende Generationen Fotos von Orten aufbewahren, die sie nicht kennen.
    Unser aller Leben ist endlich. An die, die Kinder haben, erinnert sich noch eine weitere Generation, vielleicht noch die Enkelgeneration, aber mal ehrlich, wer kennt denn noch seine Urgroßeltern? Spätestens bei den Ururgroßeltern ist die Erinnerung verloschen.
    Ich finde das eigene Leben muss für einen selbst bedeutsam sein und gut und findet nicht seine Bedeutung in dem was materiell "übrigbleibt" bzw. nicht in dem nachfolgende Generationen aus den materiellen "Hinterlassenschaften" machen.

    Liebe Grüße,

    Blüte

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    1. Du hast schon recht, wo sollen die Fotos auch alle hin...und ja man lebt für sich. Wie, das wird mir gerade jetzt sehr bewusst. Vielleicht darf man das alles nicht zu sehr betrauern. Denn wie du sagst - ich sehe vielleicht das Bild von meiner Urgroßmutter, aber ich verbinde tatsächlich leider nicht sehr viel Gefühl damit :(
      Viel mehr plagt mich der Gedanke, irgendwann ohne den Lieblingsmann 'weiter da sein zu müssen'. Dass du in jedem Fall dann einsam bist, egal ob mit oder ohne Kind ist klar. Denn Kinder ersetzen diesen einen Part in deinem Leben sicher nicht.
      Aber letztendlich sind es ungelegte Eier...es hat nur gerade so gepasst, ein uns andere Mal diese Situation in meinem Beruf...das hat mir komplett den Kopf zerwühlt.

      'Ich finde das eigene Leben muss für einen selbst bedeutsam sein und gut' wahre Worte ♥

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