Freitag, 15. Januar 2016

Ich weiß nicht recht wohin.

Wir sind irgendwie nicht mehr auf einer Wellenlänge. Die, die uns jetzt einen Schritt voraus sind. Und das tut mir ab und an so leid. Man war anfangs so...so verbunden. Aber jetzt... Der Zug ist weg. Ich hab ihn verpasst und der nächste fuhr woanders hin. Auch nicht zum heiß ersehnten Familienziel. Er fuhr ins Nirgendwo. Machte irgendwo auf der Strecke halt, wo man weder erkennen kann wo man ist noch wie weit man ist. Ziemlich neblig hier jedenfalls. 

Es fühlt sich dämlich an so daneben zu stehen. Es ist wie - kennt jeder: man weiß nicht recht wohin mit sich. Man hätte gern wenigstens einen Drink in der Hand an dem man sich festhalten kann. Man steht mitten drin und doch so weit weg vom Thema, dass man sich ständig fragt, was man hier überhaupt macht. Was soll man zum Thema noch beitragen, man kommt sich blöd vor. Als redet einer von Kunst und du fragst dich, was das Gekleckse auf der Leinwand überhaupt darstellen soll und warum bitte jeder so einen Riesenzirkus deswegen macht.


Da draußen verändert sich einiges. Gefühlt verändert sich eigentlich fast jeder. Nicht immer einfach zu lesen. Liest man schlimme Dinge, verzagt man irgendwann, weil man denkt es gibt ja wohl gar keine Gerechtigkeit mehr auf diesem Planeten. Wenn jemand fast vor Glück zerplatzt tut es irgendwo weh, auch wenn man insgeheim denkt - hey so cool, die hat es ein bisschen weiter als wir geschafft. Wenn es dann aber still wird...dann verzieht sich das Gesicht und wird ein wenig mürrisch. Wie jetzt nichts zu berichten...hallo??? Mitlesen? Nicht lesen? Wie man´s macht - ist´s Banane. Ich entscheide mich also oft für´s Überlesen. So sind wir halt. Und so waren die meisten Menschinnen auch mal. Keiner, der den Weg geht und so oft enttäuscht wurde kann immer zu allen Geschichten lächeln. Anfangs verfolgt man all die Blogs und denkt überzeugt von allem: hey genau so, irgendwann schreib ich das hier auch. Man abonniert fleißig all die Schwangerblogs, weil es unvorstellbar ist, es selbst irgendwann NICHT zu sein. Und so ebbt die Überzeugung mit jedem weiteren enttäuschten Jahr ab. Man verfolgt so manchen Blog nicht mehr. Warum auch. Ich sortiere aus. Ich brauche keine Stories über den ersten Zahn und die Verträglichkeit des ersten Breis. Und die Mamas brauchen vermutlich auch keine Stories mehr über noch mehr Enttäuschung und noch mehr Traurigkeit. Und so wird es immer sein. Man leidet mit, man freut sich, man driftet ab. Irgendwo verliert sich dann die Spur. Für den, der hier bleibt und sich entschließt weiter hier zu sein, ist das in jedem Fall frustrierend. Man fühlt sich allein gelassen. Man wird sauer und denkt - hey wo zum Teufel seid ihr denn alle hin????

Wie egoistisch. 

Eigentlich müsste ich bei jeder die von dem Bildschirm verschwindet eine Party feiern. Müsste froh sein, dass es eine weniger ist, die sich verzweifelt ihr eigenes kleines Glück wünscht. Aber ich bin halt immer noch hier. Gnaaaaaaaaaaaah. Und irgendwann sitz ich alleine mit meiner Pulle Schampus und kann dann mich feiern, die ich noch übrig geblieben bin. Mitleidend, mitfreuend und abdriftend.
Ja doch. Wohin ich auch schaue, sie sind fast alle weg, die alten Kinderwunschblogs. Die aus meiner Bloggeranfangszeit. Futsch. Leise. Oder eben mutiert. Fast einsam blogge ich und blogge über den Weg durch Höhen und Tiefen. Also über die Tiefen wohl hauptsächlich. 

Es sind nämlich viele. Es sind mehr Blogs nun MIT statt OHNE. Zumindest was meine Blogsammlung angeht. Gott sei Dank natürlich an dieser Stelle...Gefühlt überall macht sich Nummer zwei auf den Weg wenn sie nicht schon da ist. Oder sogar schon Nummer drei. Während ich hier blogge und blogge. Über Schmerz, über Traurigkeit, über Diskussionen mit dem Lieblingsmann, über Einsamkeit, über mein Leben, welches mir immer noch mindestens einmal am Tag einen Grund zum Lächeln gibt. Allermeistens jedenfalls. Ich mache es immer noch gern. Frage mich aber auch, wie lange ich noch schreiben will, ob sich jemals etwas entscheidendes ändert hier auf diesem Blog...vermutlich blogge ich, bis ich 80 bin und so lange ich die Tasten auf dem Laptop noch erkennen kann. Ich werde nämlich die erste Bloggerin sein, die dann seit 46 Jahren über ihr Leben ohne Kinder schreibt. Und ihre Katzen. Und vielleicht über die Sorgen ihrer Freundinnen, deren Kinder dann inzwischen 40 sind. Oder was weiß ich. 


Ich bin dankbar für alles was ich in meinem Leben habe. Was ich erreicht und geschafft habe. Und doch bin ich etwas pickiert, weil ich nie aber auch nie bekommen werde, was ich immer wollte. Nie werde ich das Leben führen, das ich mir für mich erträumt hatte. Eine eigene kleine Familie... Ich.bekomme.es.einfach.nicht. 
Ich muss nach neuen Herausforderungen suchen. Obwohl ich das nicht möchte. Mein Job fordert mich zu genüge. Ich brauche nicht mehr. Und ich will eigentlich auch nicht mehr, wenn ich ehrlich bin. Das was ich bisher habe reicht mir völlig. Es hätte gereicht, hätte unser Babyplan funktioniert. Jetzt sehe ich das Ausmaß des Scherbenhaufens erst. Ich muss irgendwas mit mir anfangen. Muss muss muss. Obwohl ich nicht will. Ich bin einfach nicht der Typ Frau, die den Herausforderungen hinterher jagt. Bin ich nicht. Ich will mich nicht grundlegend komplett und absolut verändern. Das heißt für den Moment ich bleibe stehen. Genau da wo ich bin. Und - ich fühle mich schlecht dabei. Weil so viele sich doch grundlegend verändern. Ich will nicht mal neue Haare! 

Und ich fühle mich noch schlechter dabei, weil ich es selber in der Hand habe, mein Leben umzugestalten. Aber ich will ja eigentlich gar nichts umgestalten. Also? Wird sich überhaupt irgendwas ändern in meinem Leben? Muss es das überhaupt? (ja natürlich wenn man nicht auf der Stelle treten will...) Wenn ich schon nicht leben kann wie ich es mir immer vorgestellt habe muss ich dann jetzt alles auf den Kopf stellen? Was will ich überhaupt? (Eigentlich nur meine Ruhe, und nicht mehr ständig das Gefühl haben, ungerecht vom Schicksal behandelt worden zu sein.)
Und so zwinge ich mich jeden Tag ein bisschen Sport zu machen. Damit ich wenigstens etwas in meinem Leben verändere. Oder zumindest das Gefühl habe etwas zu machen um nicht wie mit Saugnäpfen auf der Stelle zu kleben. Besser fühle ich mich deswegen nicht. Aber ich mach´s halt. 

Es wird erst mal nach dem Januar der Februar kommen und mir wird jetzt schon fast schlecht bei dem Gedanken an diesen Monat. Was kann ich bitte DARAN ändern? Es ist und bleibt kacke. Da kann ich noch so viel drüberkleistern. Ich bin jetzt schon ganz gestresst vom vielen Überspielen und vom vielen Hinweglächeln. Aber kannste ja auch nicht immer und überall einfach so rausplatzen, nicht wahr? 

Und so drifte ich weiter vor mich hin, ecke hier und da manchmal gewaltig an. (Was mir meistens leider auch noch ziemlich egal ist.) Und jetzt mal ehrlich: es ist ganz schön mies, wenn man die Richtung so gar nicht kennt...das ist wie im Europapark die Dunkelachterbahn. Nur dass es eben diesmal gar nicht so doll Spaß macht.



Kommentare:

  1. Ich bin da ♥
    Danke für diesen Post, Deinen Blog und einfach für Dich. So sehr ich es Dir wünsche auf die "andere Seite" zu wechseln, so sehr bin ich auch froh nicht alleine zu sein. Denn Du bist toll. Genau so wie Du bist. Vergiss das bitte nie!

    ♥♥♥



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    1. Ach Peachi...du bist toll, weißt du das? Ich drück dich unglaublich fest ♥

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  2. Liebe Wünschi,
    danke für deine Zeilen, Sie geben absolut ehrlich wieder, wie es den "Lanzeit-Kiwu`s" im Zug Richtung "Leben ohne Kind" geht.
    Ja das ist nicht immer schön, was man sich da selbst eingestehen muss. Das man sich eben nicht immer nur freut, auch wenn man sich freut. Da ist gleichzeitig noch das miese Gefühl da, diese Angst, da nie mit reden zu können. Und ja, es gibt Tage, da bemitleidet man sich schrecklich selbst und hadert mit seinem Leben.... das hat mir oft zu schaffen gemacht... und tut es auch noch manchmal.
    Ich "erlaube" mir aber "solche Tage"...... sie gehören dazu.
    Es ist wirklich schwierig, sein Leben neu auszurichten, sich von der Lebensvorstellung die man für sich und seinen Partner hatte, zu lösen. Oft fühlt es sich so an, als kleistert man nur etwas zu. Aber ich glaube ganz fest daran, dass wir, die Übriggebliebenen (ja so fühlt es sich für mich auch noch an), unser Leben anders, aber auch wunderbar leben werden.
    Und danke Wünschi, danke Peach: Wir sind nicht allein. Danke!
    Bluete83

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    1. Liebe Bluete83, es ist tatsächlich nicht schön, sich all die "häßlichen" Sachen einzugestehen. Aber da müssen wir wohl durch ne? Ich werde mir auch immer mal wieder solche Tage erlauben. Genau - weil sie (leider) auch dazu gehören. Und lieber bemitleide ich mich selber, als von anderen bemitleidet zu werden ;) Der Weg nach Wunderbar ist noch sehr weit...
      Ich danke DIR. Und drück dich ganz fest ♥

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  3. sehr ehrliche und wahre Worte. Mir geht es auch oft so. Aber zum Glück habe ich meine Frau. Ich weiß auch das es uns Männer oft nicht leicht fällt darüber zu sprechen aber ich kann dir sagen das wir hier auch sehr leiden und oft für euch auch Stark sein wollen und euch Kraft geben wollen und uns dadurch sehr zurücknehmen.

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    1. Danke Matt. Es ist manchmal so schwierig ehrlich zu sein. Und manchmal würde ich mir wünschen, dass mein Mann etwas mutiger drüber sprechen würde...
      Aber ohne euch an unserer Seite wäre so vieles nicht aushaltbar. Und dafür bin ich mega dankbar. Jeden Tag.
      Einen lieben Gruß zu dir!

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  4. Wieder und wieder habe ich deinen Post gelesen. Noch immer weiß ich nicht so Recht, was ich dazu schreiben soll. Steht es mir überhaupt zu, etwas dazu zu schreiben?!
    Ich verstehe dich. Wirklich. Aber ich kann sagen: Mir geht es auch oft so. Nur eben "von der anderen Seite aus". Dass ich mich alleine fühle. Ausgeschlossen. Vieles von dem, was du da schreibst. Auch wenn das vllt keiner verstehen kann. Es ist so. Bei mir.

    Und ich hoffe, du verstehst mich richtig, Liebes. ♥

    Mir fällt es schwer, mir einzugestehen dass ich eben nicht mehr mit dir und euch mitfühlen kann. Und dementsprechend auch nicht mehr so da sein kann. Auch wenn ich es so sehr möchte. Es geht nicht. Und das ist einzig und allein der Tatsache geschuldet, dass ich in dem anderen Zug sitze.
    Ich bin überglücklich und unsagbar dankbar, in diesem Zug zu sitzen. Alles andere wäre gelogen.
    Dennoch vermisse ich es auch. Den Austausch mit dir und euch. Das gegenseitige Verstehen. Dich.

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    1. Liebes ♥

      Ich versuche zu verstehen, warum du dich ausgeschlossen fühlst, und schau, es ist genau das was mir so schwer fällt. Denn die Last, die der Kinderwunschweg dir aufgelegt hat, kannst du allmählich langsam einfach bei Seite legen. Ich weiß, dass du deinen Weg nie vergessen wirst! Aber 'ausgeschlossen' oder viel mehr 'raus' bist du im Endeffekt von all den häßlichen Dingen, die der Kinderwunsch weiter mit uns macht, von dem anderen Ende, das dieser Weg irgendwann auch mal nehmen muss - und das ist doch wiederum ganz gut oder?

      Du hast das so schön geschrieben. Denn es ist genau das. Mir fällt es ebenso schwer mir einzugestehen, dass ich mit dir und deinem/euren Weg nicht mehr mithalten kann. Auch wenn wir uns das so sehr gewünscht haben. Es funktioniert nur bedingt.

      Ich vermisse das alles ebenso sehr wie du. Und ich bin dankbar darüber, dass wir es trotzdem noch haben. Den Kontakt zu einander. Und ich habe einen Vorschlag: wir sind so viel mehr als dieses Thema. Lass uns über das so viel mehr quatschen. Vielleicht müssen wir uns eine neue Basis schaffen. Eine in der beides Platz hat, die aber nicht nur deswegen besteht...


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  5. Liebe Wünschi, liebe J.B.,
    ich sitze hier mit Tränen in den Augen, nachdem ich Eure Posts gelesen habe. Ich weis nicht, ob es mir zusteht, etwas dazu zu sagen, ich kenne Euch nur virtuell.... ich versuche es einfach mal:
    Ihr habt beide so Recht. Es ist so schwierig, ich möchte wagen zu sagen, fast unmöglich, diese Gefühle nachzuvollziehen....weil jeder von uns geht auf eine bestimmte Art, seinen eigenen Schritte, auch wenn wir grundsätzlich alle in die gleiche Richtung marschieren. Viele schaffen es - mit mehr oder weniger wunden Füßen - dort anzukommen, ein paar verabschieden sich bald und gehen in eine neue Richtung. Und ein paar müssen sich eingestehen, bei diesem Thema nicht ans Ziel zu kommen.
    Man geht dann notgedrungen irgendwann einen anderen Weg... und irgendwann findet man ein anderes schönes Ziel dem man entgegen läuft.....
    Aber die ganze Kiwu-Geschichte ist nur ein Teil von uns.... manchmal fühlt es sich zwar nicht so an.... aber ja: Uns macht alle viel mehr aus.
    Echte und wirkliche Freundschaften lohnen sich an solchen Punkten neu auszuloten.
    Kurz und knapp: Ich bin mir sehr sicher, dass ihr beide das schafft! Ihr seit beide toll!
    So und nun hoffe ich, dass ich niemanden auf die Füße gestiegen bin, aber das musste einfach raus.
    Alles Liebe Euch! Bluete83

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  6. Meine liebe Bluete83,
    du bist nicht auf die Füße getreten. Also mir nicht. Und dein Kommentar ist so lieb. Ich danke dir dafür ♥
    Und jetzt will ich dich eigentlich einfach mal fest drücken :*

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    1. Meine Füße sind auch noch heile ;)

      Liebe Bluete, ich fühle mich ganz und gar nicht von dir auf die Füße getreten. Wieso auch?! Danke für deinen lieben Kommentar! ♥

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  7. Liebe Wünschi,
    Du bist so süß "Ich will nicht mal neue Haare" :)
    Hilft nix, wenn ich sage, dass das alles absehbar war, oder? Dass sich Geschichte immer wieder wiederholt. Been there, done that. So viele von uns schon. Auf beiden Seiten der Geschichte!
    Ich bleibe einfach mal bei Dir, wenn ich darf. Das Ding ist, denke ich, dass Du, solange Du - und da wiederhole ich mich vermutlich - nicht endgültig aus dem Kinderwunsch-Zug ausgestiegen bist, keine wesentliche Verbesserung Deiner emotionalen Grundstimmung erreichen wirst, fürchte ich. Ich bin übrigens auch nicht der Meinung, dass man zwingend sein ganzes Leben auf den Kopf stellen muss, wenn man keine Kinder bekommen kann und den Kinderwunsch-Weg verlässt. Veränderungen passieren auch ohne sie aktiv zu suchen oder sie erzwingen zu wollen. Veränderungen im Außen ergeben sich doch oft auch erst durch einen inneren Kurswechsel. Was Dich also alles noch Schönes erwartet kannst und musst Du heute noch gar nicht wissen.... Oder anders gesagt: Der Eingang ins Wonderland mit alle seinen positiven Seiten ist gleichzeitig der Ausgang aus dem Kinderwunsch-Karussel! Du wählst, Ihr beide wählt, wann Ihr durch die Türe geht. Das bedeutet aber auch, dass Dir Entscheidungskompetenz bleibt. Auch wenn Dir das derzeit miserabel vorkommen mag. Aber die Tatsache, DASS Du eines Tages möglicherweise eine endgültige Entscheidung treffen musst, bedeutet auch, dass Du sie treffen DARFST. Manchen wird die Entscheidung aufgezwungen. Damit lebt es sich nicht unbedingt besser. Aber....JEDE Art von Entscheidung ist am Ende besser als ein Schrecken ohne Ende in der Twighligt-Zone, ein ewiges Verweilen im Niemandsland. Die Frage, willst Du noch ein Ticket lösen, für die nächste Runde oder steigst Du aus? Vielleicht braucht es eine klare Antwort von Dir darauf....Vielleicht hast Du sie auch schon gefunden.....I don't know. Ich bin hier und lese Dich weiter.
    LG, "Isa" ;)

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    1. Ja es war alles absehbar. Es ist miserabel, da hast du völlig recht. Es muss verrückt sein, wenn man dabei zusieht. Wie es jede doch erwischt. Wie sich alles wiederholt. Wie jede den gleichen Kampf kämpft und am Ende dann doch verliert. Wie jede erst mal im Niemandsland hockt. Allein mit tausend negativen Gefühlen...niemand spaziert einfach so hoch erhobenen Hauptes da raus. Das ist doch scheiße.
      Ich bin froh, dass du hier bei mir bleibst. Deine Schulter fühlt sich doch sehr vertraut an ;) Und ich danke dir für deine Geduld und deine immer lieben Worte.
      Die Entscheidung ist für mich immer noch ein MUSS anstatt ein DARF. Ob sich das jemals anders anfühlen wird?

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  8. Der falsche Zug. Wahre Worte. Das ist wirklich ein sehr harter und ehrlicher Post. Und genau deshalb ist er auch so verdammt gut und wichtig. Allerdings gibt es da noch einen dritten Zug - derjenige, der die Frauen in den aktuellen Behandlungszyklen herumkutschiert. Während der "Leben-ohne-Kind"- und der "Leben-mit-Kind"-Zug parallel von Norden nach Süden und wieder zurückfährt, fährt der Zug "Leben-mit-oder-ohne-Kind_Man-weiß-es-noch-nicht"-Zug von Westen nach Osten und wieder zurück - also komplett quer und verpasst ständig die Abbiegung nach Norden oder Süden.
    Es ist wie es ist - schwierig. Zumindest wenn man in einem der beiden vermeintlich blöden Züge gelandet ist.
    Ich frage mich nur: muss man sich wirklich (radikal) ändern also sein Leben neu ausrichten, wenn man in dem Zug "Leben-ohne-Kind" gelandet ist? Bevor man den Kinderwunsch-Weg bestritten ist, hat man ja auch so gelebt und damals war das ja auch völlig in Ordnung so. Ich stecke noch nicht in diesem Szenario, aber ich habe mir schon oft Gedanken darüber gemacht, was aus mir wird, wenn ich in diesem einen Zug landen sollte. Was ich ändern müsste. Klar ist, dass ich meine Einstellung zum Leben und zu meinen Lebensplänen ändern müsste. Aber würde sich mein Leben radikal ändern müssen? Muss es das zwangsläufig um glücklich sein? Schwierig. Ich weiß es nicht. Ich habe dieses Szenario immer nur angedacht. Du steckst da mittlerweile deutlich tiefer drin als ich. Bist 50 Schritte weiter. Und wenn ich das richtig herauslese, bist du dir grad auch unsicher darüber in welchen der beiden blöden Züge du gerade sitzt, oder? Wer weiß, vielleicht werden wir eines Tages im gleichen Zug sitzen. Keiner von uns weiß derzeit, welcher verdammte Zug das sein wird.

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    1. Ich bin definitiv im Zug der gerade eine Panne hat ;) Der die falsche Abfahrt genommen hat. Der irgendwo in Sibirien Halt gemacht hat und in dem du sitzt und voller Angst denkst - um Gottes Willen wo bin ich denn jetzt gelandet...das muss wohl das Ende sein...
      Es ist ja tatsächlich so, dass man vorher ja auch Pläne hatte, dass das Leben vorher auch ganz gut gelaufen ist. Und ja es war völlig in Ordnung so, du hattest in deiner Vorstellung aber eine Zukunft. Wir hatte deutlich andere Pläne. Pläne, die unser Leben ebenfalls auf den Kopf gestellt hätten. Pläne, die unser Leben bestimmt wahnsinnig bereichert hätten. Drum frage ich mich was kommt jetzt? Also brauche ich zwangsläufig neue Pläne, neue Perspektiven...oder? Änderung der Lebenseinstellung. Das alles hier zwingt mich dazu Dinge zu ändern. Dinge grundlegend zu ändern. Und das macht mich so sauer...

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