Dienstag, 5. Januar 2016

Es ist wie es ist...

sagt auch jetzt immer mehr der Lieblingsmann. Inzwischen kommt nur noch selten ein Satz, der die Alarmglocke auslöst. Nur letztens ein leises: hey wir haben jetzt Sonderkündigungsrecht bei der Krankenkasse. Man könnte jetzt zu einer wechseln, die noch einen weiteren Versuch zur Hälfte bezahlt...

Hm.

Wir lassen das mal so stehen. Für mich wird es wohl immer klarer wie das hier irgendwann enden wird. Es ist die meiste Zeit für mich ok. Ok deshalb, weil wir uns beide gerade mit dem Thema in Ruhe lassen. Es tut ganz gut einfach auch mal NICHT darüber zu reden. Musste ich aber erst lernen. IHN auch mal damit in Ruhe zu lassen. UNS damit in Ruhe zu lassen. Obwohl ich zugeben muss, dass uns das auch nicht weiter bringt. Denn so ist eine Art Stillstand eingetreten. Eigentlich hasse ich Stillstände. Entsetzlich. Aber immer noch besser als Endlosdiskussionen über Dinge, die wir warum auch immer, noch nicht in der Lage sind zu entscheiden. Sich dabei im Kreis zu drehen ist fast noch schlimmer wie Stillstand. Es nochmal zu versuchen und wieder auf die Nase zu fallen -  noch viel viel schlimmer als Stillstand. Für mich jedenfalls.

Also halten wir es noch ein bisschen aus. Sehen der Welt weiter zu wie sie wächst und gedeiht, heißen ein weiteres Baby willkommen, und ja natürlich es werden noch viele dieses Jahr folgen, das wissen wir. Wir sind im So-what-Modus was das angeht. Es wirft uns gerade nicht aus der Bahn. Es ist wie es ist. Und ja es ist schön. Und ja wir freuen uns mit euch mit. Blablabla. Mit genügend Sicherheitsabstand ist alles gut.

Da das momentan ganz gut läuft, habe ich etwas Zeit auszumisten. Hier. Im Herzen. Zuhause. Ein bisschen Ballast loswerden. Dinge, die nicht mehr auf meiner Wellenlänge sind, treiben lassen, denn das tun sie auch gut ohne mich. Dinge die mich beschweren, beiseite legen. Dinge, die ich nicht mehr brauche will ich abgeben. Ich möchte den Mut haben, das auszusprechen was ich will. Und auch das was ich nicht will. 

Also: Aufräumen. Es wird wohl eine Weile dauern, bis ich den Durchblick habe. Bis ich wieder erkenne wer ich eigentlich bin. Es wird viele wütende Momente geben, in denen ich vermutlich die komplett volle Abfallkiste mit einem Tritt in die Ecke katapultiere. Um anschließend wieder alles vom Boden aufzusammeln. Und es wird bestimmt auch traurige Momente geben, in denen ich verzweifelt nach etwas suche, dass schon lange auf der Mülldeponie gelandet ist. Es wird bestimmt auch furchtbar viele Momente geben in denen ich, wie so oft, schmerzlich enttäuscht bin von ALLEM. Mal ehrlich...es hört sich nach recht wenig Spaß an, nicht wahr? Aber gut man kann nicht immer gewinnen (spricht die Traurigkeit und klopft der Enttäuschung auf die Schulter).

Aber hey...es wird auch Momente geben in denen ich froh bin, weil ich mich leichter fühle. Es wird Momente geben in denen ich stolz darauf bin, was wir alles geschafft haben. Es wird Momente geben, in denen ich unglaublich glücklich sein werde, weil ich alles habe was ich zu meinem Leben brauche (sagt die Liebe und streichelt der Hoffnung ermutigend über die Wange).

Und dann irgendwann, wenn mein Leben etwas ordentlicher ist, also 2043 vermutlich... dann wird alles ganz fabelhaft werden... 

...sehen wir weiter. Nichts ist momentan planbar. Alles unberechenbar. Genau wie ich. Die sich momentan ganz ok fühlt...die eigentlich für alles und jedes einen Plan braucht und meistens auch hatte. Die aber gerade immer noch keinen solchen in der Tasche hat. Die gerne Listen führt, die sie abhaken kann. Für deren Aufräumarbeiten es aber keine konkrete Liste zu geben scheint. Könnte besser sein, könnte aber auch viel viel viel schlechter. Es ist eben wie es ist...und ich bin froh, dass es im Moment SO ist. 

Kommentare:

  1. Es ist wie es ist...
    Ich verspreche Dir wenn Du Hilfe bei Deinen Aufräumarbeiten brauchst da zu sein. Du bist sehr sehr tapfer und ich bewundere Dich wie Du mit der Situation umgehst.

    Ich drück Dich feste ♥

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ach Liebes. Ich finde mich gar nicht so tapfer ehrlich gesagt. Ich jammere nämlich sehr viel. Und ich hadere. Auch wenn es ist wie es ist, ist es noch voll oft ziemlich blöd ;)

      Löschen
  2. Liebe Wünschi,
    es macht mich immer wieder sprachlos (und das heißt was bei mir:-)....) festzustellen, dass es noch jemanden gibt, der mit mir fast im Gleichschritt geht aktuell und v.a. bei diesem Thema.
    Auch ich beschäftige mich jetzt gerade mit Ballast den ich los werden möchte. Auch bei mir/ uns ist "es" aktuell gut wie es gerade ist. Ich traue dem ganzen aber nicht so recht.... habe Angst, mir mit meiner ganzen Geschäftigkeit in meinem Leben, etwas vormache. Nur etwas notdürftig bemale/ überstreiche.....und irgendwann ist der "Lack wieder ab".
    Ich räume auch auf, sortiere neu.... und ja, ich befürchte, auch bei mir wird es schmerzhaft.
    Lass es uns gemeinsam tun und uns gegenseitig unterstützen hier. Alles Liebe. Bluete83
    P.S. Fühl dich gedrückt, auch wir dürfen uns dieses Jahr wieder über viele Babys freuen. Ja, ich freue mich wirklich! Ich werde das erste Mal Tante! Aber gleichzeitig tut es manchmal noch irre weh, nicht aus Neid oder Missgunst, einfach nur aus der Klarheit heraus, dass wir das nicht haben und wahrscheinlich (vielleicht?) nie haben werden.
    Vergeht das irgendwann? Ich glaube leider nicht.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Wir machen das gemeinsam. Ich bin hier. Und ich bin froh, dass du da irgendwo bist. Ob es jemals aufhört weh zu tun? Ich glaube auch noch nicht daran :(
      Fühl dich ebenso ganz herzlich gedrückt du Liebe und eines ist jetzt schon mal ganz sicher: du wirst einen ganz wundervolle Tante werden ♥

      Löschen