Sonntag, 25. Januar 2015

Nur noch einmal schlafen...

Heute kann völlig cool den Sonntag genießen. Es klingelt weder ein Wecker um 18 Uhr noch später. Es wird heute auch keinen Piecks geben. Komisch ist das. So nach 14 Tagen Spritzenmarathon.


Überhaupt wird es weder Menogon noch Gonal oder Cetrotide mehr geben. Nie mehr. 
Schade, dabei haben wir uns schon so angefreundet...pah - war´n Witz! 

Heute können wir uns ganz in Ruhe auf morgen vorbereiten. "Ganz in Ruhe" können wir zumindest versuchen. Nervös bin ich seit gestern. Da begannen nämlich ein paar Schmetterlinge durch den Magen zu flattern. Und heute habe ich vor, abends richtig lecker zu kochen und will eigentlich einen Spaziergang durch den neu hereingeschneiten Schnee machen. 

Heute habe ich aber auch Bauchschmerzen. Es drückt ganz schön beim Sitzen, beim Laufen, eigentlich immer. Die Übelkeit wird unterstützt durch einen Druck vom Bauch aus in den Magen. (Lecker essen werde ich heute Abend trotzdem!) Ich bin heute überall vor allem aber am Bäuchlein sehr berührungsempfindlich, am Liebsten würde ich den Katern eine unsichtbare Wand ums Bauchi bauen, so auf die Art: Halt nimm deine Pfoten mit den fiesen spitzen Krällchen sofooooort von meinem Bauch!!! Gegen ankuscheln hab ich nichts, aber die müssen ja immer erst ihren Platz platt treten...hmmmm man kennt das ja. Ich liebe sie trotzdem für ihre dauernden Liebesbeweise ♥

Und was ist aus der Angst geworden?
Sie ist selbstverständlich auch heute am Start, sie war schon ein bisschen früher wach als ich und bescherte mir komische Träume.
Sie tippte mir vorher gerade auf die Schulter und sagte: "verrückt, dass du gestern so optimistisch warst, so kenne ich dich gar nicht! Wird zeit, dass du dich an mich erinnerst!(dabei wedelt sie mit erhobenem Zeigefinger vor meiner Nase herum)" 

Die Wirkung dieses Schultertippens lässt nicht lange auf sich warten. Klar habe ich Angst. Riesengroße. Vor morgen, vor dem Anruf aus dem Labor, vor dem Transfer. Wird es so wie wir es uns vorstellen? Bekommen wir auch diesmal wieder gute Nachrichten von der Laborfrau? Werde ich vielleicht diesmal einen Transfer ohne Narkose bekommen? Werde ich mal irgendwann aufhören Sorgentränchen kullern zu lassen? Werden wir diesmal vielleicht tatsächlich einfach Glück haben? Schließlich hilft uns jemand beim Lottospielen...

Morgen ist es ja schon so weit und zumindest ein paar Fragen bekommen wir beantwortet. Und ganz tief in mir drin, ist neben der Angst große Aufregung. Positive große Aufregung. Weil ich mir jedes Mal wieder vorstelle, was da in unseren Körpern eigentlich passiert. Was dann mit unseren Zellchen passiert. Und dass vielleicht bald der Laborfrau ein Lächeln über´s Gesicht huscht, weil sich meine und seine Zellen mögen. Und teilen. Und so die Chance haben was ganz Großes zu werden. Es ist und bleibt eine unfassbar aufregende Geschichte....




Kommentare:

  1. Puh, in deiner Haut möchte ich gerade nicht stecken. Ich hoffe dennoch, dass du zumindest in der Nacht zur Ruhe kommst und schlafen kannst.
    Meine Daumen sind weiterhin ganz feste gedrückt - und morgen noch ein bisschen fester. Alles Liebe!

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    1. Danke liebe Lisa, ja die Nacht...da bin ich auch schon mal gespannt...

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  2. Also die Angst, ne... Die kann sich mal gaaaaaaanz schnell wieder verkrümeln. In ihr dunkles, dreckiges Angst-Loch. Da kann sie hocken. Soll sie sich doch selbst Angst machen. Tzz. Die dumme Arschkrampe. Sag ihr das von mir. Und sag ihr auch, wenn sie nicht geht dann werf ich sie höchstpersönlich aus der zauberhaften Wünschi-Wohnung. ♥

    Ja, die Angst. Ich verstehe dich so gut. Trotzdem, ich würde sie dir gerne nehmen. Leider geht das nicht. Aber ich kann dir sagen: Ich bin da. Und wenn sie dich überrennen sollte dann weißt du wie und wo du mich erreichst. Dann legen wir einen Heul-Pralinen-Kaffee-Wauzi-(Nachmit)Tag ein.

    Ich sage nochmal: Läuft. Und das sage ich mir einem megafetten Grinsen im Gesicht!

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    1. Das ist doch mal ne Ansage ;)
      ♥♥♥

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  3. Ich lese immer bei dir, aber selten schreibe ich, weil ich einfach gar nicht weiß wie ich meine Gedanken in Worte fassen soll. Schließlich bin ich nicht in deiner Situation, fühle aber mit jedem Wort mit.
    Deshalb lass ich es jetzt große Worte zu schreiben und wünsche euch einen schönen Sonntag. Liebe Grüße von Stine

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    1. Liebe Stine, es ist so lieb von dir, dass du mit mir fühlst. Dazu braucht es keine großen Worte, wenn dir keine einfallen. Es ist einfach nur schön, dass du da bist ♥
      Danke dir :*

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  4. Pfff... Die Angst soll mal schön ruhig sein! Sie darf sich gerne zu uns setzen und zuschauen, mehr aber auch nicht! Ich werde morgen einfach mitkommen und zusammen hängen wir die olle Kuh schon ab, ok? Drück dich fest!

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    1. Zuschauen aber von gaaaaaaaaaaaaanz weit weg. Am Besten hinter so ner Glastüre...
      Drück zurück :*

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  5. Meine zuckersüße alllerliebste wünschi, ich verstehe dich sehr gut. Es ist wirklich nach wie vor eine unfassbar aufregende geschichte - aber hab bitte keine angst. Ich denke morgen ganz fest an dich und drücke beide daumen. Schicke dir eine herzliche umarmung und ein dickes bussi ♥

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    1. Danke du bist so lieb! Ich nehme euch einfach alle mit und dann wird das schon...bussi zurück :*

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  6. Liebe Wunschfee. Endlich ist es so weit. Hoffentlich hast du gut geschlafen. Nimm die Angst an die Hand und dann Augen auf und durch. Ich werde in der Warteschlange auf dich warten! Herzlichst deine sonnenseite

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