Samstag, 15. November 2014

Der verk***** Zyklus

Immer wieder ein Post wert.

Der Zyklus und wie er mich veräppelt. Mir die lange Nase macht. Sich den Spaß immer und immer wieder erlaubt. Sich dabei vermutlich kringelt vor Lachen. 

Seit einem halben Jahr, geht es einem Uhrwerk gleich - genau 29 oder 30 Tage. Immer. Nur einmal im halben Jahr, da findet es der Körper lustig mich mal zu überraschen. Mal einfach den Zug zu verpassen. Einfach zu sagen - achwas, ich hab jetzt keine Lust zu kommen. Komm ich eben später.

Und ich ärgere mich, könnte mir die Haare raufen, dass ich seit - naja sagen wir mal wir sind seit 4 Jahren im Geschäft, seit ungefähr 6 Jahren geht das Spiel - immer wieder auf Gedanken wie: "aaaaahhhhh stell dir das mal vor, wenn ich jetzt testen würde und dann wäre da tatsächlich ein zweiter Strich. So wie bei den anderen Wunderfrauen auch thihihi. Er würde mir das nie nie nieeeemals glauben" oder "jaja die sagen alle es fühlt sich wie Mensbeschwerden an - am Ende wenn ich dann in zwei Wochen doch mal einen Test mache ist der positiv ätsch" reinfalle. (Allein schon für das Wissen, dass wir den Eisprung komplett links liegen gelassen haben bräuchte ich eine gehörige Kopfnuss - wie dumm kann man eigentlich sein wenn man dann trotzdem denkt - achja...mei...hat´s bestimmt alles schon gegeben????!!!!) 

Es ist tatsächlich so, dass ich in den ganzen überfälligen Tagen grantige Schmerzen habe. Ein Ziehen, ein Krämpfchen hier ein Krämpfchen dort. Das Gefühl "ach jetzt geh ich eben doch noch schnell auf´s Töpfchen, denn ich glaube jetzt gehts direkt los" hab ich mehrmals täglich und jedes Mal wenn ich aufwache, renne ich ins Bad, weil ich denke "auweia - jetzt aber". Gnaaaaaaaaaaaaaaaaa. Fehlanzeige.

Ich grummle vor mich hin, bin wütend auf mich und auf die Woche der Erdbeere und verfluche dieses ätzende Gefühl.

Nicht dass wir uns falsch verstehen. Ich hoffe nicht. Schon lange nicht mehr. Ich denke nicht trölf mal am Tag - ohohoh bestimmt bin ich schwanger!!! Nein. Aber ich kann es mir leider immernoch bildlich vorstellen, wie es wäre ihn aus heiterem Himmel mit einem positiven Teststäbchen zu überraschen. Ich kann die Freude die man dabei empfinden muss förmlich spüren. Wie das Herz klopft. Wie man vor Freude weint. Und dann werde ich traurig, weil es "aus heiterem Himmel" bei uns nie geben wird. Weil ich weiß, wie es sich anfühlt einen Test zu machen mit dem freudigen Gefühl, dass die ICSI geklappt hat und vier Augepaare bitter enttäuscht sind, weil sich der verdammte zweite Strich nicht zeigt. Weil es einfach nur dumm ist einmal im halben Jahr diese Vorstellung zu haben, nachdem sie 6 lange Jahre nicht wahr geworden ist. Mein Problem: bei anderen wird es wahr...bei zweien durfte ich das eben erst miterleben. Das lässt mich vermutlich tief im Herzen an diesen irrsinnigen Wahnsinn glauben.

Ganz ehrlich, ich möchte das nicht mehr. Ich frage mich im Falle eines Misserfolges ob das bis in die Wechseljahre dann so weitergeht? Nein bitte nicht. Denn das trifft mich nun wirklich auf dem komplett falschen Nerv. Da muss es doch eine Schalter geben, den man umlegen kann. Auf dem steht: Vorstellungsvermögen inklusive WUNDER, beides AUS! Oder so.  

Heute mit grummeligen Grummelgrüßen...





Kommentare:

  1. Ach, Wünschi, ich verstehe diese Zyklen auch nicht und kann deine Worte sehr gut nachempfinden. Die Gewissheit, keine Wunderfrau sein zu können und trotzdem sich sooo gut vorstellen zu können, wie es wäre. Wenn man diesen Gedanken zulässt, schnürt es einen Augenblicklich die Kehle zu, sie fängt an, zu brennen und die Augen füllen sich kurz mit Tränen. Und dann, kommt die Realistin, richtet das verrutschte Krönchen und richtet den Blick auf den nächsten Versuch. Drück dich!

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  2. Liebes, du bist so oder so eine Wunderfrau. Ob mit regelmäßigem Zyklus oder ohne. Die Psyche kann manchmal so ein Arschkind sein. Kann. Muss aber nicht.
    Bei Anderen hört man von diesen Wundern. Ganz ehrlich: Manchmal bin ich fast geneigt zu denken: "Vermutlich gab es da auch nie ein Problem?"
    Ich habe oft mich dabei ertappt, wie ich das wirklich dachte. Um nicht bekloppt zu werden. Es gibt sicher Menschen, bei denen es auf natürlichem Weg tatsächlich medizinisch erwiesen als aussichtslos erscheint und dann passiert besagtes Wunder. Aber ich glaube besonders im anonymen Netz als auch im richtigen Leben, gibt es auch genügend Menschen, die sich mit ihren nicht erwiesenen "Problemen" aufspielen und dann wir durch ein Wunder schwanger sind. Aber ganz ehrlich: So viele werden es nicht sein. Die Meisten haben doch einfach, ob von einem Partner oder beiden ausgehend, echte Probleme und bekommen einfach auch nicht spontan ("als wir entspannt abgeschlossen haben...bla bla...") Babies.
    Das mag sich jetzt ganz böse anhören, aber diese vielzähligen Geschichten, die machen es doch gerade so schlimm. Die sorgen doch besonders dafür, dass man das Gefühl vermittelt bekommt, selbst nicht einmal zu den spontanen Wunderschwangeren gehören zu können. Man fühlt sich dadurch nur noch schlechter.
    Deswegen, meine Süße: Versuche diese Wunderschwangerschaften nicht überzubewerten. Versuche dich auf euer schönes Leben zu konzentrieren. Und wenn so oder so ein Wunder dabei entsteht, was ihr sicherlich ganz, ganz bestimmt "verdient" habt, dann tanzen wir die ganze Nacht durch und feiern dies. ❤️❤️❤️❤️❤️

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  3. Nein, du bist nicht verrückt ... du hast berechtigterweise einfach nur noch nicht die Hoffnung aufgegeben. Und was soll falsch daran sein, die Hoffnung nicht aufzugeben?
    Es gibt sie einfach, diese Fälle, bei denen unheilbar Kranke

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  4. (.... aaaah Blogspot und mein iPad - grrrr) wieder gesund werden, bei denen Frauen plötzlich schwangere werden, obwohl sie eigentlich keine Kinder bekommen können. Meine Mutter gehörte auch zu diesen Kandidatinnen - deswegen gibt es mich :-)
    Manchmal regeneriert sich der Körper oder es wurden vielleicht einfach nur falsche Diagnosen gestellt. Dass das erste passieren kann (Regenaration) ist vermutlich genauso wahrscheinlich, wie ein 6er im Lotto. Aber es gibt halt Menschen, die auch mal im Lotto gewinnen - und somit gibt es auch Menschen, die plötzlich wieder gesund werden. Wichtig ist nur, dass man sich bewusst darüber wird, wie gering diese Wahrscheinlichkeit ist, dass dieses unwahrscheinliche Ereignis eintreten kann. An manchen Tagen verdrängt man dass ein bisschen mehr, als an anderen Tagen. Und das ist völlig in Ordnung so! Wenn dem nicht so wäre, würden schließlich auch viel weniger Menschen Lotto spielen und der Jackpot nicht stetig Anwachsen, gelle ? ;-)

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