Mittwoch, 23. Juli 2014

Glück im Unglück?

Neulich hat eine liebe Blogschwester schon ein bisschen über das Glück geschrieben.

Es hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich habe nie wirklich darüber nachgedacht, ob ich ein Glückspilz bin. Ehrlich gesagt und genauer betrachtet scheint es so, dass das richtig böse Pech erst seit der Kinderwunschbehandlung Gast in meinem Leben ist. Davor - nun ja ich sag mal es plätscherte alles so vor sich hin. Ich wuchs als Nesthäkchen mit 4 weitern Geschwistern auf. Ich bekam eine Katze. In der Schule war ich eigentlich bis auf ein paar Nebenfächer ganz gut. Nach der Schule hatte ich gleich einen Ausbildungsplatz. Ich verliebte mich, zog von zu Hause aus und hatte mein eigenes kleines Reich (zunächst in Form eines Zimmers aber immerhin). Ich wurde gleich nach der Ausbildung auch übernommen, wo ich in einem ganz fabelhaften Team gelandet bin. Ich bekam auf Anhieb eine größere Wohnung. Die Liebe ging fort, eine gewisse Traurigkeit begleitete nun mein Leben, aber die Zeit verging. In den darauffolgenden Jahren war ich oft Single, ich war nicht immer zufrieden aber meistens. Ich zog in eine kleine süße Dachgeschosswohnung. Und irgendwann kam in meinem Leben der Punkt an dem sich etwas ändern musste. Ich brauchte einen Plan im Leben, ich hatte die Nase voll vom Singleleben, von traurigen, einsamen Momenten und wollte jemanden zu finden, der mein Herz zum Hüpfen bringt.

Und schon bald lernte ich meinen Mann kennen. Es hat funktioniert! Und wenn sie nicht gestorben sind...

Ja bis dahin, plätscherte alles so vor sich hin. Zufrieden, mal mehr mal weniger, aber ich behaupte das ist völlig normal. Und dann auf einmal begegnet mir das allergrößte Glück! Ich halt es fest und freu mich irre. Und - es hat einen Haken. 

Ich dachte es wäre überwindbar. Vermutlich sogar lösbar. Wieso sollten wir mit einer klitzekleinen Behandlung kein Glück haben? Ich bin davon ausgegangen, dass auch dieses alles vor sich hin plätschern würde. Weit gefehlt. Wir stolperten, wir verzagten, wir (insbesondere ich) hatten hart damit zu kämpfen, dass es für diese Geschichte keinen Plan gibt. Dass es auf das kleine Quäntchen Glück ankommt, das irgendwie noch nicht zu uns gefunden hat. 

Also schaffen wir uns Glücksmomente. Wir verreisen, wir heiraten, wir holen uns zwei Kuschelkater die uns in besonders schweren Momenten das Gefühl geben, nicht zu zweit allein zu sein. Die uns zum Lachen bringen. Mindestens einmal am Tag. Wir verschönern unsere Wohnung, den Garten und sind trotz alle dem immer wieder glücklich. Mal mehr und auch mal weniger. Aber wir sind glücklich. Wir wissen es zu schätzen, wie viel es wert ist, den Partner für den gemeinsamen Lebensweg gefunden zu haben. (Schatz das findest du doch auch oder????)

Eigentlich sollte ich doch gar nicht von so großem Pech oder Unglück sprechen...wir haben alles, wir sind im Stande dazu zu kämpfen und haben (noch) die Mittel dazu...nur das i-Tüpfelchen fehlt eben...

Es sind eben unglückliche Umstände würde ich sagen. 

Man muss das Beste daraus machen. Der Plan war ganz klar anders. Aber was läuft denn schon nach Plan? Läuft es bei all den anderen nach Plan? Möglicherweise beim ein oder anderen ja. Sind die dann deswegen glücklicher? 

Wir mussten unsere Prioritäten anders setzen. Wie müsste ich verzweifeln, wenn ein Kind der einzige Schlüssel zu meinem Glücklichsein wäre...
Was bleibt mir übrig: ich suche (manchmal krampfhaft, manchmal geht es ganz leicht) nach den vielen kleinen Dingen, die zusammen ein großes Glück ergeben. Dadurch kann mir dieser unglückliche Umstand (meistens jedenfalls) nicht so weh tun.

Natürlich - wenn wir mittendrin stecken - wenn wir trotz des Hoffens und trotz des ach so guten Gefühls wieder eins auf die Mütze bekommen - dann fühlt es sich an, als würde die Welt untergehen. Es fühlt sich an, als würde man nie wieder lachen können. Es ist ein Schlag ins Gesicht und das Aus jeden Glücks.

Sagen wir so: ich habe für mich momentan einen Weg gefunden (der noch keineswegs überall beschritten wurde) damit umgehen zu können, ohne kreuzunglücklich durch´s Leben zu gehen. Denn wie schreibt die liebe J.B. (→look and see)  -  das Leben ist eben auch einfach schön! Ich gehe vielleicht manchmal meinen Weg ein wenig traurig oder wehmütig, aber auch oft zuversichtlich und eben auch nach vorn. Mal in kleinen Schritten, mal mit Pause, mal renne ich weiter so schnell ich kann. Ich habe Glück im Unglück, weil ich es bisher so gut es geht schaffe trotzdem glücklich zu sein.

Eins habe ich gelernt nach 5 Negativs: Ich wusste gar nicht, dass ich so einen tiefen körperlichen und seelischen Schmerz für etwas empfinden kann, dass ich nicht erleben darf. Aber ich habe auch gelernt, dass es trotz allem nicht das Ende ist. Irgendwann steht man wieder auf. Zum Glück ;)






Kommentare:

  1. ❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️
    Jedes Wort wäre hier eines zu viel!
    ❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️

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  2. hab pippi in den Augen und fühle mit dir. Sei aus der Ferne umarmt und ich hoffe, dass euer sehnlichster Wunsch doch in Erfüllung geht. Bleibt beide stark dafür und vor allem, haltet in den Momenten fest zusammen. Schlimm wäre es, wenn einer allein diesen Schmerz mit sich tragen müsste.
    Ganz doll liebe Grüße von Stine

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  3. ♥♥♥Was für ein schöner Beitrag! ♥♥♥

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  4. So, jetzt ist es aus und vorbei. Erst Pennys Post und nun deiner. Ich heule. Aber schon wie.

    Du bist toll meine liebe wünsch dir was. Und du hast SO recht!

    Drück dich feste ♥ ♥

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  5. Es ist nur das i-Tüpfelchen, aber es fehlt unheimlich was! Genau Satz beschreibt am allerbesten das, was wir KiWu-Frauen fühlen! Und trotzdem können wir Glücklich sein in unserer (im Moment) kleinen Familie. Und genau DAS ist das, was uns stark macht. Zu sehen, wie toll das Leben auch so schon ist! Das macht uns stark und lässt uns kämpfen, ganz egal wie oft wir stolpern! Du bist eine tolle Frau mit einem tollen Mann an deiner Seite. Das ist das allerwichtigste! Und wer weiß, wer sich noch dazu gesellen wird ;)

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  6. Na prima...jetzt muss ich mir auch ein Tränchen aus dem Augenwinkel wischen...ich danke euch von ganzem Herzen für eure lieben lieben Worte ♥

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