Donnerstag, 31. Juli 2014

Ein Regenpost...

Regen im Kopf, Regen in der Seele irgendwie Regen überall...

Es ist verrückt, je mehr das Projekt Baby näher rückt, desto mehr Ängste schleichen sich ins Herz. Ich brauche teilweise nur das Wort Kinderwunsch aussprechen - ups zieht sich der Magen zusammen. Ein äußerst ungünstiges Phänomen, wenn man bedenkt dass man ja nicht so unentspannt und voller Sorgen in einen neuen Versuch starten soll.

Wo ist meine Hoffnung hin?
Wo haben sich die guten Gedanken versteckt?
Wo ist der entspannte Flow, der sich noch im Februar vor Nummer 5 breit gemacht hat?

Die Erklärung zu Frage 3: Ich hatte meinen speziellen Dok. Ich durfte einen natürlichen Zyklus haben. Ich kannte mich aus, in den Räumlichkeiten und war irgendwie geerdet.

Von geerdet kann momentan nicht die Rede sein. Ganz und gar nicht. 

Ich habe schlichtweg Angst. Und ich möchte diese Angst teilen. Gestern Abend wollte ich sie teilen. Mit meinem Mann. Mit wem auch sonst. 

Diese Woche sehen wir uns leider arbeitsbedingt immer erst Abends zwischen 21:45 und 22:30 Uhr. Da komme ich vom Arbeiten nach Hause und er geht schon langsam ins Bett, weil er um 4:20 aufstehen muss, während die Prinzessin ja ausschlafen kann aufgrund der Spätschicht. Vielleicht war es mein Fehler um diese Zeit noch so ein schweres Thema anzuschneiden...
Jedenfalls endete es gestern in bitteren Tränen, weil in diesem Jahr schon so viel Glück überall passiert ist und ich langsam aber sicher Panikattacken bekomme, weil ich denke, dass das Glück an unserer Türe vorbeigehen wird, denn es hat ja schon überall Rast gemacht. Der Bauch ist vollgefressen und an der Wünschdirwastüre wird es vorbeigehen, während es sich sein dickes Bäuchlein streichelt und sagen - achwas - geh ich lieber ins Bett...is ja schon spät.

Meine Frage ob ich nun komplett verrückt würde, wurde mit Kopfnicken beantwortet. Meine Frage ob er glaubt, dass wir das hinbekommen, wurde mit den klaren Worten: Du musst ruhiger werden sonst wird das nie was - beantwortet. Ich äußere meine Ängste, meine Sorgen, schütte mein Herz aus und alles was mir bleibt ist das Gefühl, dass noch nicht mal mein Mann an mich glaubt. Ich war so verletzt...und es hat mir so weh getan. Und ich bin so traurig darüber.

Was ist das nur, dass Männern das kleine Quäntchen Aufmerksamkeit fehlt. Es hätte gereicht, dass er mich einfach nur festhält. Egal ob er im Herzen dran glaubt oder nicht. Vielleicht hätte ich lieber eine unehrliche Meinung in diesem Moment gehört. Ich bin enttäuscht, weil ich das Gefühl habe ich muss alleine aus diesem Loch klettern, wo ich doch dringend seine Hand brauchen würde. Aber gestern hat er sie weggezogen - ob bewusst oder unbewusst sie war einfach weg. Was das heute noch in mir auslöst brauche ich hier wohl nicht erklären...

Ich habe gelernt, dass man Dinge aussprechen muss. Dass Männer nicht wissen können was wir brauchen oder nicht...und ich habs gemacht. Ich bat ihn, mich fest in den Arm zu nehmen, mir zu sagen, dass er mich trotzdem liebt und dass alles gut wird.

Naja ich durfte in seinen Arm einschlafen - allerdings ohne die erlösenden Worte.

Ich vermisse die kleinen Dinge, die uns Frauen so gut tun. Eine Blume, ein Zettel auf dem was liebes steht. Ein Anstoß, der mich wieder auf den Boden bringt. Dinge wie sowas: 
Kleine Überraschungen unterm Kopfkissen wie, wie er sie ab und zu dort findet.


Aber - das Wetter soll besser werden und vielleicht verziehen sich bald auch die Wolken in meiner Seele...ich werde wohl einen Termin ausmachen bei meiner lieben Kinesiologiefrau. Die hat mich letztes Mal schon geerdet, wieso diesmal nicht auch. 

Was bleibt zum Schluss? Ich habe trotz dem fiesen Moment gestern, den allerbesten Mann auf der ganzen Welt...dessen bin ich mir jeden Tag bewusst. Vielleicht sehe ich in solchen Situationen nicht, dass auch er angespannt ist. Dass auch er Angst hat oder sich Sorgen macht. Es wäre nur so schön, er würde es sagen. Aber er tut es allermeistens nicht. Und ich tue mir schwer, das zu verstehen...alles herauszufühlen, denn ich bin momentan etwas überfordert. Ich bin selber mit mir am Gefühlslimit, muss meinen Patienten so viel nach- und herausfühlen, und schaffe es dann nicht mal die Gefühle meines Partners zu verstehen. Ohne Worte versteht sich.  

Ich würde es so gern als Chance für uns sehen, diesen Versuch als weitere Chance zu unserem Wunder - also will ich mich so sehr drauf freuen. Aber statt dessen bin ich traurig. Und fühl mich in mitten der vielen lieben Menschen um mich gerade so allein. 


Nachtrag um 12:45 - soeben klingelt das Telefon. Und ja er hat mich lieb. Trotzdem. Und ja er hat Angst. Angst, dass wir tatsächlich irgendwann verrückt werden...Angst, weil er es genauso sieht. Das Wunder zieht weiter - ohne bei uns halt zu machen. Wir sind also doch zu zweit mit unserer Angst und obwohl noch eine Träne kullert fühl ich mich bereits ein bisschen weniger traurig. 



Kommentare:

  1. Wenn es eine unerschöpfliche Quelle gibt, die nicht versiegt, ist es die Glückquelle.
    Wenn es jemanden gibt, der es verdammt nochmal verdient hat, dass das Glück vorbei kommt, dann seid ihr das.
    Wenn es stürmisch wird und es bedrohlich donnert, und wenn dies ein Paar gibt, dass sich trotzdem Händchen haltend, ohne Angst, nach draußen wagt, dann seid das auch ihr.
    Nimm es ihm nicht krumm. Sie wissen manchmal gar nicht, was sie mit ihrer Art oder demonstrativen Nicht-Gesprächsbereitschaft in uns für ein Gefühlschaos anrichten. Meiner merkt das wenn, dann erst viiiiiiel später. Nach Stunden oder Tagen. Oft erklärt er mir es dann und ich kann es besser einsortieren. Die sind einfach nicht so offen und ein spontanes Gefühlsgespräch ist oft etwas überfordernd für sie.
    Ich glaube du bist da nicht allein. Sag ihm nochmal in einem ruhigen Moment, dass dich das verletzt hat. Er wird dich dann in den Arm nehmen. Bestimmt.

    Männer sind unfassbar kompliziert. Unfassbar toll. Unfassbar unfassbar.

    Deswegen lieben wir sie.

    Ich herze dich auf's Allergründlichste und ich würde mich freuen, wenn wir beiden Expertinnen uns irgendwann zum Kochen treffen!

    ❤️❤️❤️❤️❤️❤️❤️

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  2. Ich kann dir sagen, dass ich auch so ein Examplar von Mann geheiratet habe. Männer sind wie Penny schon sagt, kompliziert und können ihre Gefühle nicht so zeigen, wie wir Frauen, sie lassen sich nicht hinter die Fassade schauen, aber ich glaube, dass sie einfach nur Angst haben, vielleicht sogar mehr als wir Frauen, denn sie können nur zuschauen und uns zur Seite stehen. Und soll ich dir was sagen, ich glaube die Rolle der Männer ist in dem Fall die schwerere und vielleicht ziehen sie sich ja aus diesem Grund emotional etwas zurück, wollen stark für uns sein und merken dann nicht, wenn sie uns mit irgendwelchen Worten verletzen. Irgendwann merken sie es dann und dann entschuldigen sie sich meistens. Ich denke, wir sollten ihnen keinen Vorwurf machen, denn letzendlich sitzen wir mit ihnen in einem Boot und wenn das Boot kentert, werden sie alles daran setzen uns zu retten, denn sie lieben uns nun mal, so wie wir sie. ♥

    *Ich drück dich ganz fest*

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  3. Meine Liebe, was soll ich sagen?! Dito! Mir geht es wie dir. Aber das hast du ja schon gelesen.

    Also nehm ich dich jetzt in den Arm und drück dich ganz fest!

    Wir schaffen das schon. Und dann sind unsere Männer die stolzesten und glücklichsten Papa's der Welt.

    Knutscher! <3

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